Make love, not war.

Hass, Intoleranz, Rassismus, Mobbing, Zäune …
Gab es das nicht schon einmal?

Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte Hunger, Leid und Not. Hitler versprach, das Reich neu aufzubauen und die Menschen verspürten große Hoffnung. An die Stelle von Hoffnung trat jedoch Hoffnungslosigkeit für jeden, der nicht ins System passte.

Ingrid Portenschlager ist eine Zeitzeugin zweiter Generation, die gemeinsam mit dem Verein „Lila Winkel“ – einer Vereinigung zur Rehabilitierung und Unterstützung von Opfern der NS-Zeit – eines der unzähligen Schicksale, am 1. April 2019 im BORG Egg, schilderte.

1938 verweigerte Ernst Reiter, Soldat zu werden und wurde daraufhin zu sechs Monaten Einzel- und Dunkelhaft verurteilt. Aufgrund seines Ungehorsams zusätzlich noch zu 18 Monaten Zuchthaus. 1940 wurde er ins KZ Flossenbürg gebracht, welches als Arbeitslager diente. Von da an war er nicht mehr „Ernst Reiter“, sondern die Nummer „1935“.

Kein Mensch, der es nicht selbst erlebt hat, kann sich auch nur ansatzweise vorstellen, wie unmenschlich die Umstände dort waren. Zwölf Stunden schwerste körperliche Arbeit. Eine schreckliche Schlafsituation. Keine Intimität. Verfaultes Essen. Grausame Foltermethoden. Wer sich auch nur in irgendeiner Weise weigerte, Befehle zu befolgen, musste dafür womöglich mit seinem Leben bezahlen. Ernst Reiter hat viereinhalb Jahre lang all das überlebt.

Zu oft wird vergessen, dass all dies für viele Menschen heutzutage Realität ist. Das Globale Ziel 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ soll zu einer erheblichen Reduktion von Gewalt, Korruption und Bestechung weltweit beitragen. Zur Erreichung dieses Zieles kann aber jeder einen Beitrag leisten, indem man sich immer wieder vor Augen führt: Jeder macht Fehler, niemand ist perfekt und trotzdem sollte man immer das Gute im Menschen sehen und tolerant, offen und wertschätzend mit jedem Menschen umgehen. Wir können uns alle an Beispiel an Ernst Reiter nehmen – er war trotz all seiner schrecklichen Erfahrungen nie nachtragend und verurteilte keinen Menschen.  

Laura Wachter und Carla Sophie Raffl

Schreibe einen Kommentar