Was wir uns zu Weihnachten wirklich wünschen

Die Kerzen brennen, der Weihnachtsbaum duftet, die Kekse backen im Ofen, der Glühwein verbrennt einem fast die eiskalten Hände, die Hektik der letzten Tage vor Weihnachten, die Menschen hasten von Geschäft zu Geschäft, die Einkaufsliste wird immer länger und länger – und hat man dabei doch hoffentlich nichts und niemanden vergessen?

Die Weihnachtszeit ist gefüllt mit so vielen Dingen, schönen Erlebnissen und hektischen Momenten. Es ist jedoch vor allem eine Zeit der Wünsche, Sehnsucht und Hoffnung.
Von Kind auf ist es für viele Tradition, eine Weihnachts-Wunschliste zu schreiben. Und auch wenn auf dem Tisch vor uns eine lange Liste voller materieller Wünsche liegt, man vielleicht dieses Jahr sogar WIRKLICH etwas braucht – im Geheimen hat jeder und jede von uns ein paar Herzenswünsche, die auf keiner Liste stehen. Der eine wünscht sich Gesundheit für den Opa, die andere ein bisschen Anerkennung für ihre Arbeit und wieder andere sehnen sich nach einem Neubeginn.
So unterschiedlich diese Wünsche auch sein mögen, so viel Gemeinsames gibt es auch.

Wir wünschen uns weniger Stress, Hass, Sorgen, Zweifel, Unsicherheit und Ignoranz. Mehr Liebe, Vertrauen, Zuhören, Hoffen, Lächeln, Verständnis und Abenteuer.

Mehr Zeit steht wahrscheinlich auf unser aller Listen ganz weit oben. Zeit für Familie, für Freunde, für die Arbeit, für Hobbies, für uns selbst – von der Zeit hat man immer zu wenig. Wir schenken uns selbst und anderen viel zu wenig Zeit, müssen immer noch gefühlte tausend Sachen erledigen, während uns die Zeit davonrennt. Dabei gehen so viele kostbare Stunden verloren, die man am Handy oder Laptop verbringt, die man für Menschen „verschwendet“, welche diese Zeit nicht wertschätzen, Stunden, die man so viel besser nützen könnte für Dinge, die uns wirklich glücklich machen.

Glück und Erfolg wünscht man anderen für alle möglichen Angelegenheiten, und auch wir selbst könnten oft eine große Portion von beidem gebrauchen. Doch wer verteilt das? Und warum drauf warten?
Finden wir doch das, was uns glücklich macht, die Menschen, mit denen wir glücklich sind, die Orte, wo wir uns glücklich fühlen. Das Glück und der Erfolg können in den kleinsten Dingen liegen. Für manche ist eine Nacht im Warmen das größte Glück seit Jahren, für andere ist es die Zeit mit der Oma. Erfolgreich sind die, die ihr Studium abschließen, aber auch jene, die sich zum ersten Mal trauen, jemandem ihre Meinung zu sagen. Es liegt in unseren eigenen Händen, unser Glück zu finden und Erfolg für uns zu definieren.

„Wir bauen Mauern anstatt Brücken, haben Angst, unsere Hände anderen zu reichen, und uns fehlt zu oft der Mut zu handeln, anstatt nur zuzusehen. Wir müssen beginnen, uns wie eine Familie zu verhalten, bei der sowohl der Streit als auch das anschließende Verzeihen und der Frieden dazugehören.“

Wir brauchen Wärme (im Herzen), das Gefühl von Gemeinsamkeit, liebevolle Worte und eine Familie – egal in welcher Zusammensetzung. Speziell zur Weihnachtszeit sehnen wir uns nach diesen Dingen und merken, wenn uns etwas fehlt. Schaut euch um, schätzt was und wen ihr in eurem Leben habt – und sei es nur die Katze, die sich für dich wie Familie anfühlt. Verschenkt nette und ehrlich gemeinte Worte, schaut aufeinander und zeigt Respekt, nicht nur gegenüber euren Liebsten, sondern auch allen anderen. Denn irgendwie sind wir alle auf dieser Welt eine Familie, haben ein gemeinsames Zuhause, teilen uns essenzielle Dinge und schaffen es doch so oft nicht, einander zu helfen und füreinander da zu sein. Wir bauen Mauern anstatt Brücken, haben Angst, unsere Hände anderen zu reichen, und uns fehlt zu oft der Mut zu handeln, anstatt nur zuzusehen. Wir müssen beginnen, uns wie eine Familie zu verhalten, bei der sowohl der Streit als auch das anschließende Verzeihen und der Frieden dazugehören.

Wir wünschen uns, unser Leben voll zu leben. Sommertage voller Sonnenschein und eiskalte Schneetage, Liebesgefühle im Frühling und kuschlige Zeiten im Herbst. Lachen, bis uns der Bauch weh tut und Umarmungen, die sich wie der sicherste Ort der Welt anfühlen. Hitzige Diskussionen und harmonisches Schweigen, verrückte Ideen und mutige Taten. Frieden mit uns selbst – denn, dass der Weltfrieden noch in weiter Ferne liegt, realisiert sogar unser oft nicht wirklich realistisch denkendes Herz. Die meisten dieser Herzenswünsche kann niemand anders erfüllen, es sind Wünsche an uns selbst. Also, als kleines Weihnachtsgeschenk an dich selbst, setz doch einen dieser Punkte auf deiner „wahren Weihnachtsliste“ um. Schenk dir und deinen liebsten Menschen mehr Zeit, investier in wichtige Freundschaften oder die Familie, wage den ersten Schritt, finde das, was dich glücklich macht – und vergiss nicht, auch während des Jahres immer wieder auf deine ganz persönliche Wunschliste zu schauen.

Auf meiner Liste steht ganz groß GLÜHMOST MIT FREUNDEN – das werd‘ ich jetzt mal umsetzen…
In diesem Sinne: Schöne Weihnachten an euch alle!