Drastic Plastic: Raus mit PET-Flaschen aus Schulen

Die Jugendbotschafter*innen haben ein Projekt zu mehreren SDGs auf die Beine gestellt. Im Interview erzählen sie uns, was es mit „Drastic Plastic“ und der „PET Parade“ auf sich hat.

Was möchtet ihr mit dem Projekt „Drastic Plastic“ erreichen?

Wir haben uns zum Ziel gesteckt, alle höheren Schulen davon zu überzeugen, Plastikflaschenautomaten auf Glasautomaten umzustellen. Es gibt dazu einen eigenen Workshop zu den 17 Sustainable Development Goals (SDG) für die Klassen, die sich für dieses Projekt interessieren. Zudem fordern wir die Politik weiterhin auf, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten, um ein verpflichtendes Pfandsystem für alle Getränkeverpackungen einzuführen – bei gleichzeitiger Erhöhung des Mehrweganteils bei Getränkeverpackungen. In Deutschland und anderen Ländern Europas gibt es bereits Pfand auf Einweg.

Was genau meinen diese SDG´s?

„Die UNO hat 17 Ziele für eine bessere Welt definiert, dafür stehen die „SDG“ oder „Global Goals“. Es geht darum, dass alle Staaten aufgefordert sind, die Herausforderungen der Welt gemeinsam zu lösen. Diese Ziele sollen bis 2030 von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden.

„Drastic Plastic“ vereint mehrere dieser Ziele …

Genau – und es bringt Schüler*innen und Lehrer*innen die Wichtigkeit der SDGs näher. Das Projekt wird von Jugendlichen im Alter von 15 bis 22 Jahren selbst umgesetzt.

Welche Nachhaltigkeitsziele stehen dabei im Fokus?

Im Projekt „Drastic Plastic“ werden die SDGs „Gesundheit und Wohlbefinden“ (SDG 3), „Hochwertige Bildung“ (SDG4), „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ (SDG11), „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ (SDG12), „Maßnahmen zum Klimaschutz“ (SDG13), „Leben unter Wasser“ (SDG14) und „Leben an Land“ (SDG15)  in den Vordergrund gestellt. Es gibt viel zu viel Plastikmüll, vor allem auch in unseren Gewässern. Darunter leiden sowohl die Tiere als auch das Klima (SDG 13). Plastik ist im Allgemeinen leicht, billig, praktisch und langlebig. Dieser Kunststoff zersetzt sich nicht, sondern zerfällt in immer kleinere Teilchen – das sogenannte Mikroplastik. Diese Teilchen (Bisphenol, BPA) sind mittlerweile in den entlegensten Teilen der Erde und auch in den Körpern von Menschen (SDG 3) und Tieren (SDG 14) nachgewiesen worden. Wenn wir nicht endlich Alternativen anbieten, werden wir im Jahr 2050 weltweit unglaubliche 1.000 Millionen Tonnen Plastik produzieren.
Würden Österreichische Schulen auf Glasflaschen und Pfandautomaten umstellen, könnten jährlich über 6 Millionen PET-Flaschen Müll vermieden werden (SDG 11, 12).
Uns Jugendbotschafter*innen ist es also wichtig, dass in den Schulen etwas passiert. (SDG 4) Deswegen haben wir eine Stoffsammlung und Workshops für Schulklassen entworfen, um mehr Menschen zu erreichen. Wir müssen mehr Bewusstsein schaffen, dass jeder was tun kann!

© : Philipp Mück

Und was hat es mit der „PET-Parade“ auf sich?

Schulklassen sind aufgerufen worden, einen eigenen „PET-Man“, sprich eine menschenähnliche Skulptur aus ihren verbrauchten Plastikflaschen, zu bauen. So soll an Schulen mit Plastikflaschenautomaten veranschaulicht werden, wie viel Müll aus Plastikflaschen von nur eine Klasse produziert wird. Diese „PET-People“ wurden im Sommer auf dem Marktplatz in Dornbirn, Vorarlberg, von verschiedenen Schulklassen zu einer „PET-Parade“ aufgestellt. Als Zeichen dafür, wie viel Müll allein durch Plastikflaschen produziert wird und als Appell, auf eine Alternative wie Glasflaschen umzustellen.